Editorial, Vol. 1: Terrorism

Editorial Ausgabe #1: Terrorismus

Liebe Leserinnen,
liebe Leser,

Ausgabe Nummer 1 ist da! Das 42-Gründungsteam und ich sind voller Freude gemeinsam mit Ihnen und Euch das Erscheinen unseres neuen, gesellschaftspolitischen Interview-Magazins teilen zu dürfen. Vor einem Jahr haben wir, sechs junge Europäerinnen, beschlossen, dass wir uns mit zu simplen Erklärungen für komplexe gesellschaftliche Entwicklungen nicht länger zufriedengeben wollen. In einer immer schnelleren und komplizierter werdenden globalisierten Welt, nehmen wir häufig einfache Antworten an – selbst wenn sie falsch oder verkürzt sind. Tiefergehende Gegenpositionen zu finden, gestaltet sich oft schwierig und zwar aus zwei Gründen: Zum einen sind sie meist komplexer als populistische Parolen. Zum anderen ist die Kluft zwischen der Wissenschaftswelt und der breiten Bevölkerung gewachsen. Im Elfenbeinturm tummeln sich spannende und wichtige Erklärungsmodelle für die Themenkomplexe unserer Zeit. Die Zugänglichkeit zu diesen Informationen bleibt jedoch oft beschränkt, nicht zuletzt aufgrund überkomplexer Sprache. Wir finden, dass die Wissenschaft, die Aussagen über die Gesellschaft trifft, für die Bevölkerung auch zugänglich sein sollte. Deshalb trägt 42 dazu bei, diese Lücke zu füllen. Wir befragen Experten aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, um komplexe, differenzierte Antworten zu einem zentralpolitischen Thema geben zu können – ohne zu simplifizieren und mit dem Ziel, die Inhalte für jeden verständlich zu machen.

Als europäisch ausgerichtetes dreisprachiges Magazin, erscheinen wir von nun an halbjährlich mit jeweils einem gesellschaftsrelevanten Thema, das von vielen Seiten beleuchtet wird. Momentan kann dies kaum ein anderes sein, als Terrorismus, der die Verfänglichkeit einfacher Antworten wie kein anderes Thema zur Schau stellt. Das zeitgleiche Auftreten in Europa von muslimischen Flüchtlingen und islamistischen Terroranschlägen verleitet schnell zu kurzen Schlüssen. Einzelne Gruppen werden pauschal als mögliche Urheber des Terrorismus betrachtet. Gerne teilen wir die Menschen in Täter und Opfer ein, um uns die Welt zu vereinfachen. 42 dient als Speichermedium für Argumente, das fundierte Informationen für alle bereithält – damit auf der Basis von Fakten diskutiert werden kann. Wir fragen nach wie Terrorismus funktioniert: Wie reagiert die Bevölkerung? Welcher Sprache bedienen sich Journalisten, um über Terrorismus zu sprechen? Wie begegnen Staaten Terrorismus? Gibt es tatsächlich eine Trennung zwischen weltlichem und religiösem Terrorismus?

Diese Fragen haben wir zehn Experten unterschiedlichster Fachgebiete gestellt: vom Geschichtswissenschaftler bis zum Sicherheitsforscher, vom Islamwissenschaftler bis zum Psychologen. Wir beleuchten dabei nicht jede wissenschaftliche Disziplin oder decken alle Konflikte in der Welt ab, denn 42 will keine Enzyklopädie sein, sondern Akzente setzen und bisher unbekannte Perspektiven aufzeigen. Wir laden Sie und Euch dazu ein, die Meinung zu überdenken – und das möglichst oft.

Herzlichst,